Photo: Cat Potrait Face
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Einfangen - Kastrieren - Freilassen

 

Voice of the Cats Alliance (VOCAL) ist eine kleine Tierschutzgruppe, die in und um Elounda im Nordosten von Kreta aktiv ist. Sie wurde 2005 gegründet, um das Leben der Straßenkatzen zu verbessern. Im Tierschutz rangieren die Katzen oftmals erst an zweiter Stelle, da sie als unabhängiger als Hunde eingeschätzt werden, und man der Meinung ist, sie könnten selbst für ihr Futter sorgen. Obwohl das teilweise sicher zutrifft, sind sie doch auch sehr verletzlich, wenn sie keinen Besitzer haben. Niemand kümmert sich um sie, wenn sie krank oder verletzt sind; sie werden nicht gegen Ungeziefer behandelt und sie können sich unkontrolliert fortpflanzen. Dies führt oftmals zu Inzucht, wodurch Gendefekte auftreten, die wiederum  Krankheiten oder Verkrüppelungen zur Folge haben können. Viele Katzenbabies werden während der Saison geboren und sind nicht daran gewöhnt, ihr eigenes Futter suchen zu müssen. Ihre Mütter nehmen sie an die Stellen mit, wo sie von Touristen gefüttert werden; somit haben sie keine Möglichkeit,  jagen zu lernen. Wenn dann der Winter kommt und die Touristenzentren schließen, haben es diese Katzen sehr schwer, und viele von ihnen sterben an Unterernährung und Krankheiten.  

Der wichtigste Aspekt im Katzentierschutz sind Kastrationen, um die Katzenpopulation innerhalb eines Gebietes stabil zu halten.  Viele Einheimische möchten gerne ein paar Katzen um sich herum haben,  damit Ratten und Mäuse nicht überhand nehmen und sind auch bereit, diese Katzen zu füttern. Wenn die Population jedoch zu groß wird, suchen sie nach Möglichkeiten, die überzähligen Katzen loszuwerden.  Wenn man sie sich selbst überlässt, können eine einzige weibliche Katze und ihre Nachkommen ca. 10.000 Katzenbabies innerhalb von sechs Jahren erzeugen. Die Überpopulation von Katzen erhöht die Gefahr der Inzucht und führt oftmals zu drastischen Maßnahmen, wie Vergiftungsaktionen oder dazu, dass kleine Katzenbabies in Mülltonnen entsorgt werden. VOCAL arbeitet mit örtlichen Tierärzten zusammen, um weibliche Katzen zu kastrieren, damit solche Praktiken ein Ende haben. 

Obwohl wir auch Kater kastrieren, versuchen wir, uns auf weibliche Katzen zu konzentrieren. Als erstes muss das Gebiet ausgemacht werden, wo Katzen leben; dann müssen die weiblichen Katzen identifiziert werden. Wir sprechen mit den Einheimischen und versuchen sie von unserer Arbeit zu überzeugen. Wir besuchen die Gegend und füttern die Katzen dort regelmäßig. Dadurch wird die Gesundheit der Katzen stabilisiert und sie werden an das Futter gewöhnt, das wir in den Katzenfallen verwenden (wenn eine Katze nur daran gewöhnt ist, Abfall und Fischköpfe zu fressen, wird sie sich nicht unbedingt für anderes Futter interessieren). Wenn die Katzen ängstlich sind, müssen wir sie daran gewöhnen, dass sich Menschen in ihrer Nähe aufhalten.  

 

Weibliche Katzen sind sehr argwöhnisch und viel schwerer einzufangen als Kater, besonders wenn sie schon einmal Junge gehabt haben. Wenn der erste Versuch fehlschlägt, braucht es manchmal lange Zeit, bevor ein weiterer Versuch gestartet werden kann; daher ist es sehr wichtig, dass die Voraussetzungen zum Einfangen beim ersten Versuch so optimal wie möglich sind.

Abhängig vom Umfeld wird entweder eine automatische oder eine manuelle Falle eingesetzt. Die Falle wird dort aufgestellt, wo die Katzen gefüttert werden und zwar dann, wenn sie auch hungrig sind. Die Falle wird mit einer Decke abgedeckt, und Futter wird um die Falle herum und in der Falle plaziert. Bei einer automatischen Falle schließt sich die Tür, sobald die Katze auf eine Metallplatte im inneren der Falle tritt. Bei einer manuellen Falle hält jemand eine lange Schnur in der Hand, die an der Tür befestigt ist. Sobald die Katze in der Falle ist, wird die Tür zugezogen.  

Sobald die Katze gefangen ist, wird sie von der Falle in einen Transportkäfig umgesetzt und zwar mit Hilfe einer aufklappbaren Tür. Dann wird sie zum Tierarzt gebracht, der pro Besuch ca. 3 Katzen kastrieren kann. Für gewöhnlich verhalten sich die Katzen in der Box ruhig, wenn eine Decke darüber liegt. Vor der Operation wird die Katze erneut in eine andere Box umgesetzt, wiederum mit Hilfe aufklappbarer Türen. In dieser speziellen Box kann der Tierarzt die Narkosespritze verabreichen, ohne dass er die Katze anfassen muss. Dadurch wird Stress für die Katze und die Gefahr einer Verletzung des Tierarztes vermieden!

Während der Vollnarkose erhält die Katze ein Antibiotikum mit Depotwirkung und eine Behandlung gegen Parasiten. Die Katze erhält einen kleinen v-förmigen Schnitt im Ohr, damit man später erkennen kann, dass sie bereits kastriert wurde. Die Fäden, die verwendet werden, lösen sich selbst auf, damit die Katze nicht nochmal eingefangen werden muss. Sollte sich herausstellen, dass die Katze noch ein weiteres gesundheitliches Problem hat, wird sie noch nicht freigelassen sondern erhält die entsprechende Behandlung. Im Normalfall werden die Katzen wieder in die Transportbox zurückgesetzt, in der sie die nächsten 24 Stunden an einem ruhigen Ort verbringen, bevor sie wieder an dem Ort, an dem sie eingefangen wurden, freigelassen werden. Die Erholungsphase ist erstaunlich schnell. Innerhalb weniger Tage haben sie sich von dem Eingriff vollständig erholt.