Photo: Cat Potrait Face
Logo Vocal - Voice Of The Cats Alliance

Standortnavigation: Sie sind hier

[en] [pdf]

 

 Mit bestem Dank an "® Action Against Poisoning" (Aktion gegen Vergiftungen)


WAS KANN MAN BEI VERGIFTUNGEN TUN?


Vergiftungen gehören zu den barbarischsten und feigsten Verbrechen gegen Tiere; sie bedeuten einen extrem schmerzvollen und grausamen Tod. Und sie bereiten denjenigen, die sie lieben, immensen Kummer und Trauer.

Seltsamerweise gehen bei der Polizei oder den örtlichen Behörden kaum Beschwerden oder Anzeigen ein; viele Leute glauben, dass es sinnlos sei, dies zu tun und akzeptieren Vergiftungen einfach als Tatsache, mit der man leben muss. Die Opfer würden dem sicherlich nicht zustimmen, wenn sie dabei mitreden könnten
Ihr Tierarzt wird alles in seiner Macht stehende tun, um ein vergiftetes Tier am Leben zu erhalten, aber oftmals ist es unmöglich, das Leben eines Tieres zu retten. Darum ist es wichtig, darüber hinaus Maßnahmen zu ergreifen.
Der Tierarzt kann anonym eine Liste über die Vergiftungsfälle in seiner Praxis erstellen, um das Vergiftungsproblem so zu dokumentieren und es den zuständigen Behörden zur Kenntnis zu bringen. Diese Statistiken sind wichtige Beweismittel, damit die Behörden nicht mehr länger so tun können, als ob das Problem nicht existieren würde – wie oftmals behauptet wird – und um sie so unter Druck zu setzen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Tiere zu schützen. Unser Ziel sind strengere Gesetze, härtere Strafen und ein effektiveres Umsetzen der bestehenden Gesetze.

Manchmal werden Tiere, insbesondere Katzen, ungewollt Opfer von Vergiftungen, indem sie beispielsweise mit Düngemittel kontaminiertes Wasser trinken oder Giftköder fressen, die für Ratten und Iltisse nachts ausgelegt worden sind.

MASSNAHMEN FÜR ERSTE HILFE

Zunächst sollte man den Inhalt und die Anwendung eines "Erste Hilfe Kastens" mit seinem Tierarzt oder einem qualifizierten Apotheker besprechen, da Brechmittel und Gegenmittel von Land zu Land verschieden sein können. Bitten Sie Ihren Tierarzt, Ihnen die verschiedenen Symptome bei Vergiftungen durch Herbizide und Pestizide, wie Strychnin, Arsen, Paraquat, etc. zu erklären. Er weiß, welche Gifte in der örtlichen Bevölkerung verwendet werden, er kann die Symptome erklären, und er kann Ratschläge für die Behandlung geben. Es ist absolut wichtig, die Symptome identifizieren zu können, da Gegenmittel schädlich sein können, wenn ein Tier nicht vergiftet worden ist. Die meisten Tierärzte wissen, dass ein vergiftetes Tier nur durch die richtige erste Hilfeleistung des Besitzers überleben kann. Bitten Sie ihren Tierarzt, Ihnen zu zeigen, wie man ein Brechmittel oder Aktivkohlelösung oral eingeben kann und wie man in einer solchen Notsituation mit einer Spritze umgeht. Gut vorbereitet zu sein, ist der erste Schritt!

DIE ERSTE-HILFE AUSRÜSTUNG

Man sollte ständig eine Erste-Hilfe Ausrüstung mit sich führen, die Brechmittel (Ampullen und/oder Lösungen), Aktivkohle (Tabletten oder Lösungen), eine Spritze und Gegenmittel enthält; darüber hinaus müssen Anleitungen von Ihrem Tierarzt bezüglich Dosierung und Art der Anwendung vorliegen. Seien Sie sich im Klaren darüber, dass Hunde und Katzen unterschiedlich behandelt werden müssen, und dass die mündliche Eingabe von Medikamenten bei einem vergifteten Tier evtl. nicht möglich ist, wenn es Krämpfe hat oder nicht mehr in der Lage ist, zu schlucken.

ERSTE HILFE

Verständigen Sie sofort den Tierarzt! Wenn Sie mit der ersten Hilfe beginnen, lassen Sie eine andere Person den Tierarzt anrufen, damit er alle Notfallmaßnahmen vorbereiten kann, während Sie sich auf dem Weg zu ihm befinden.

1. Versuchen Sie, wenn möglich, die Substanz, die das Tier aufgenommen hat, zu identifizieren, bevor sie das Brechmittel verabreichen, indem Sie:

• die Umgebung sorgfältig inspizieren und
• die Symptome des Tieres genau beobachten.


WARNUNG: Sie sollten das Tier NICHT zum Erbrechen bringen, wenn es eine ätzende oder säurehaltige Substanz oder auch Glas geschluckt hat, da dies die inneren Organe weiter schädigen würde! In diesem Fall sollte man versuchen, Aktivkohle zu verabreichen und sofort den Tierarzt aufsuchen.


WARNUNG: Wenn das Tier Krämpfe hat, dürfen Medikamente NICHT oral (über das Maul) verabreicht werden. Beim Schlucken muss sehr darauf geachtet werden, dass nichts in die Lunge gelangt.


Kann man davon ausgehen, dass das Tier ein anderes Gift aufgenommen hat, sollte man:

2. Das Tier zum Erbrechen bringen, indem man die folgenden Mittel verabreicht:

• oral: 30 - 60 cc einer gesättigten Salzwasserlösung, oder

• oral: 30 - 60 cc verdünnter Wasserstoffsuperoxyd (1:10), oder
• oral: Senfkörner aufgeweicht in lauwarmem Wasser, oder
• oral: 10% IPECAC SYRUP (10ml pro 10kg Körpergewicht), oder eine Spritze mit:
• APOMORPHIN (0,05mg pro kg Körpergewicht), KATZEN REAGIEREN BESONDERS HEFTIG AUF APOMORPHIN, DARUM DARF ES NUR VERWENDET WERDEN. WENN NICHTS ANDERES GREIFBAR IST – SORGEN SIE DAFÜR, DASS SICH DIE KATZE IN EINEM SICHEREN RAUM BEFINDET UND SICH SELBST ODER SIE NICHT VERLETZEN KANN.

Oder

• eine Spritze mit: FILTALON unter die Haut (für einen großen Hund 1cc und wenn er sich nach 5 Minuten noch nicht erbrochen hat nochmals 1cc (1 cc für einen mittelgroßen Hund0.5cc für einen sehr kleinen Hund oder eine Katze)

3. Nur wenn sich das Tier bereits erbrochen hat:

• Lassen Sie es Aktivkohle schlucken.
• Verabreichen Sie intramuskulär eine Spritze mit:
- bei Hunden/Katzen: ATROPIN (0.04mg pro kg oder 1ml pro 10kg), oder
- bei Katzen: XYLAZINE (0,5-1mg pro kg)

4. Nach Verabreichung der Medikamente, muss das Tier warm gehalten und sofort zum Tierarzt gebracht werden!

P.S. Seien Sie vorsichtig, keine Überdosis zu verabreichen!

VERGIFTUNGSSYMPTOME

• Vergiftungen durch Insektizide (Organo-Phosphat): Speicheln. starker Tränenfluss, Durchfall, starkes Erbrechen, Zusammenziehen der Pupille, Muskelzucken, asthmatische Atmung, Krämpfe und Koma. Als Behandlung spritzt man Atropin (ein Fläschchen für eine Katze oder einen kleinen Hund, zwei oder drei Flässchchen für größere Hunde, je nach Gewicht). Die Injektion kann intravenös (in die Vene – auf diese Weise wird es am schnellsten aufgenommen), intramuskulär (in den Muskel), oder subkutan (unter die Haut) erfolgen
• Rattengift (Warfarin): führt zu Durchfall und Erbrechen. Manchmal zeigt das Tier allerdings die ersten zwei oder drei Tage keine Symptome. Rote, violette oder dunkelblaue Flecken am Körper oder im Maul treten später auf. Das sind Anzeichen von inneren Blutungen. Zur Behandlung gehört eine Vitamin K-Injektion (Konakion), um die Blutgerinnung zu hemmen – man gibt zwischen 5mg und 20mg, je nach Größe und Gewicht des Tieres.
• Strychnin-Vergiftung: Tiere, die mit Strychnin vergiftet wurden, beginnen zu krampfen, ihre Pupillen weiten sich und die Muskeln zucken. Als Behandlung spritzt man Diazepan (Valium): bei Katzen 5-10mg, bei Hunden 10-30mg, je nach Größe und Gewicht.

 

Zeigen Sie Fälle von vorsätzlichen Vergiftungen bei der Polizei und den Behörden an.

 

Bringen Sie Ihren Kindern bei, dass Vergiftungen ein schreckliches und furchtbares Verbrechen sind.

 
® Action Against Poisoning
info(at)actionagainstpoisoning.com